Die Natur um uns

Sicher wundert sich der Eine oder Andere, was hinter dem Namen „Zwiewuchs“ so steckt. Ich möchte gerne in diesem neuen Blog über unsere dörflichen Gärten berichten, aber auch durch die heimische Flur streifen, mich in unseren Wäldern umsehen, ein besonderes Augenmerk auf unsere wertvollen Streuobstwiesen lenken und schauen, was es an unseren Bächen und Seen zu entdecken gibt.

Mein Weg zur Natur

Meine Begeisterung für alles Grüne entdeckte ich während meines Studiums an der FH Weihenstephan. Zuerst ging es mir hauptsächlich um die Grüngestaltung in unseren Orten und die architektonischen Besonderheiten der verschiedenen Regionen in Bayern, die sich auch unwillkürlich in der Gartengestaltung niederschlugen. Doch bei genauerem Hinsehen wurden mir die ganzen Facetten und Schönheiten unserer Natur erst richtig bewusst und wie unverzichtbar ein schonender und werterhaltender Umgang mit ihr ist. 2012 entschloss ich mich, meiner Ausbildung als Garten- und Landschaftsplanerin eine Qualifizierung als „Gästeführer Gartenerlebnis Bayern“ anzuschließen, um durch meine Führungen und Vor-
träge noch mehr Interessierte erreichen zu können.

Dieser neue Blog bietet mir nun eine weitere Möglichkeit, dieses facettenreiche Thema Natur intensiv zu beleuchten und Zusammenhänge bewusster und erlebbarer zu machen. Natürlich freue ich mich auch auf Anregungen und Meinungen meiner Leser.

Anneliese Max

Landschaftsplanerin, Naturführerin und Geschäftsführerin des Kreisverbandes für 
Gartenbau und Landespflege Main-Spessart. Ihr ganzes Wirken hat mit Natur zu tun. Natürlich auch der Blog zwiewuchs.de

Sommer, Sonne – alles toll??

Der Sommer macht seinem Namen alle Ehre. Temperaturen über 30 Grad, viele schöne und trockene Tage an einem Stück … da lässt es sich zu Hause doch gut aushalten. So ist die Meinung Vieler.

Ich sehe das leider mit einem etwas anderen Blick, obwohl das Frühjahr und der Sommer meine liebsten Jahreszeiten sind. Ich sehe Bäume vertrocknen, Blumen, Gemüse und Feldfrüchte lassen die Blätter hängen und sehnen sich nach einem ausgiebigen Landregen. Doch was kommt bei uns an? Hier und da ein paar Tropfen, die nicht mal den Boden unter den Bäumen und Sträuchern erreichen.

Inzwischen ist das Thema der Trockenheit auch in der Öffentlichkeit angekommen. Presse und Medien berichten intensiv darüber … und das ist auch notwendig, um den Blick jedes Einzelnen zu schärfen. Viele gehen durch die Natur und die Schäden werden überhaupt nicht wahr genommen. Das hat zum einen den Grund, dass man überall versucht, die Bäume, die durch Schädlinge wie z.B. den Borkenkäfer befallen sind, gleich zu entfernen um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Es ist aber auch so, dass die dürren Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden müssen. Und so sieht man oft nur mehr oder weniger gut belaubte Bäume.

vertrocknete, abgestorbene Buchen

Der trockene, heiße Sommer 2018 hat den Grundstein gelegt, ein niederschlagsarmer Winter hat den Wasserhaushalt in unseren Böden nicht regulieren können … und jetzt haben wir schon wieder eine Hitzewelle hinter uns … die nächste ist für kommende Woche angesagt. Diesem Trockenstress fallen dann auch alte Bäume zum Opfer, die über die Jahre eigentlich ein weitreichendes Wurzelsystem ausgebildet haben und Hitzephasen abpuffern können.

Die Natur ist ein feines Zusammenspiel vieler Faktoren. Deshalb wird es grundlegend sein, wie wir unser Verhalten den sich ändernden Bedingungen anpassen.

Aus diesem Grund versucht der Gartenbau- und Dorfverschönerungsverein Büchold in Kinderaktionen das Bewusstsein zu schärfen. So haben wir einen Aktionstag „Wasser -Saft des Lebens“ am Stausee geplant. Hierbei wollen wir zeigen, wie vielfältig das Leben im und am Wasser ist, dass es unabdingbar ist, mit unserem kostbarsten Lebensmittel bewusst und verantwortungsvoll umzugehen und welchen Beitrag jeder Einzelne tun kann.

Ich persönlich habe die Einstellung, dass ich nicht auf Entscheidungen der Wirtschaft und Politik warten möchte … dazu fehlt mir -ehrlich gesagt – auch die Geduld. Jeder Einzelne kann in seinem Lebensbereich viele kleine Weichen stellen und etwas unternehmen, seine eigenen Verhaltensweisen überdenken und ändern. Getreu dem Motto „viele kleine Schritte ergeben auch einen Großen“

Also, warten wir nicht mehr, fangen wir bei uns selbst an … es ist echt höchste Zeit!

Kartoffel – die tolle Knolle

Die Kartoffeln sind eine uralte Nutzpflanze und stammen aus dem Gebiet der Anden. Sie werden wahrscheinlich schon seit mehr als 13.000 Jahren als Nutzpflanze kultiviert und gelten weltweit als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Es sind mehr als 4000 Kartoffelsorten bekannt. Bei uns werden davon etwa 210 Sorten angebaut. Sie unterscheiden sich dabei deutlich in Aussehen, Geschmack, Kocheigenschaften und Reifedauer beim Anbau.

In Aktion … die Kartoffeln werden die die vorbereitete Furche eingelegt

Zunächst einmal werden die Kartoffeln in zwei verschiedene Nutzungsgruppen eingeteilt: Die Stärkekartoffeln mit ca. 60 Sorten dienen in erster Linie zur Fütterung von Schweinen und anderem Nutzvieh während die Speisekartoffel mit etwa 150 heimischen Sorten für den Verzehr durch den Menschen bestimmt ist. Diese Speisekartoffeln unterscheidet man noch einmal nach Reifungsgrad in frühe, mittlere und späte Sorten und dann noch einmal nach den Kocheigenschaften in festkochende, vorwiegend festkochende und mehlig kochende Sorten.

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Das Buschwindröschen – Zarte Schönheit unserer Wälder

Jetzt ist er mit Macht angekommen … der Frühling mit seiner breiten Palette an Farben und Blüten. Kunterbunt spießt es – trotz des sehr trockenen Winters und Frühjahrs – an allen Orten und lässt uns gut gelaunt in den Tag starten.

Das Buschwindröschen

Besonders fasziniert bin ich jedes Jahr von den Frühlingsgeophyten in unseren Laubwäldern. Sie überschütten uns mit einer Blütenfülle und kündigen den Start ins Frühjahr an. Die Blütezeit dieser Pflanzen ist nur kurz. Sie nutzen die Wärme und das Licht, dass durch das noch nicht geschlossene Blätterdach auf den Boden trifft und ziehen sich nach dem Verblühen wieder zurück in den Boden. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Geophyten ist das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), dass ganze Blütenteppiche in unsere Wälder und an Gebüschränder zaubert.

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Entsteint Euch!

Fährt man durch unsere Siedlungen, entdeckt man immer häufiger einen neuen Trend der Gartengestaltung … den Schottergarten. Die Baumärkte suggerieren dem Kunden, dass die Pflege eines solchen Gartens minimal sei, beziehungsweise keine Pflege mehr notwendig würde. Man hat ja schließlich ein Unkrautvlies unter die Schotterschicht gepackt, die kein (Un)kraut mehr durchlassen kann. Und die gepflanzten immergrünen Zypressen oder Koniferen benötigen auch keine Pflege mehr.

Immer häufiger findet man in unseren Siedlungen den vermeintlich pflegeleichten Schottergarten

Doch weit gefehlt:  Staub und Unkrautsamen lagern sich zwischen den Steinen an und lassen das Unkraut dort bald wieder sprießen. Durch den natürlichen Alterungsprozess der Steine bekommen diese nach einiger Zeit eine graue Patina, in schattigen Bereichen vermoosen die Steine. All das wird von dem Gartenbesitzer auch nicht gerne gesehen.

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Frühlingsboten

Die ersten warmen Tage lassen in der Natur und im Garten das erste Grün und die ersten Frühlingszwiebel sprießen.  Schneeglöckchen, Krokusse und der Winterling zeigen sich schon jetzt in voller Blüte. Bei einer Pflanzung im Herbst sollte man darauf achten, dass man die kleinen Zwiebeln immer in ausreichend großen „Tuffs“ von 20 – 30 Zwiebeln pflanzt. Nur so erreicht mein eine entsprechende Wirkung.

Viele Winterlinge spitzen aus dem Blätterdickicht unter dem Baum und bilden nach einigen Jahren große Blütenteppiche
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Winterruhe – nicht bei einem Gärtner

Die Feiertage sind herum und man hat wieder etwas mehr Muse, sich mit den Arbeiten im Garten zu beschäftigen. Eigentlich denkt man ja, dass es im Winter nichts zu tun gibt, aber noch ist es sehr mild und wir können draußen den ein oder anderen Baum oder Strauch in Form bringen. Einen   Gehölzschnitt kann man noch bei Temperaturen bis 5 Grad durchführen. Die Gräser habe ich zu Büscheln zusammen gebunden, damit die Winterfeuchtigkeit nicht in das Herz der Stauden dringen kann und sie dann droht zu faulen. Mit dem Rückschnitt meiner Stauden warte ich bis zum Beginn des Frühjahrs. So ist der Garten im Herbst nicht gleich völlig ausgeräumt und kahl und zaubert bei Schnee und Rauhreif noch tolle Akzente. Außerdem bieten die Stängel und stehengelassenen Fruchtstände Unterschlupf für Insekten und Nahrung für Vögel.

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